Geduld

Wir haben uns gestern Spiele ausgedacht für ne Party. Also hauptsächlich Dinge mit mehr Körperkontakt, die man Pärchen gegen Pärchen spielt, oder Sklaven gegen Sklaven. Ich fühle mich komplett ausgenommen aus der Sklavenabteilung, aber ich habe Angst, dass ich doch was spielen muss, deswegen habe ich manches überhaupt nicht vorgeschlagen.

Bin ja nicht bescheuert.

Caro ist übrigens der Meinung, dass wir ja super Voraussetzungen für 24/7 hätten. Sie meinte: „Leo ist ja nämlich ein Geduldsklave, das ist von Vorteil bei 24/7.“
Ich leicht gereizt: „Ich bin kein Sklave.“
Sie: „Das nennt man doch nur so. Wie soll ich das sonst nennen?“
Irgendwo lachend aus der Ecke kommt von meinem Freund: „Ein Geduldmensch ist er jedenfalls nicht.“
„Halt die Klappe Chris.“

Mutig oder dumm?

„Willst du ihn denn nicht wenigstens auch auf dem Boden sitzen lassen Chris??“
„Caro…“
„Was denn?“
„Du hast hier nicht drei Sklaven.“
„Nun stell dich doch nicht so an, Chris.“
„Du sollst mir keine indirekten Befehle geben.“
Wow. So ein Gespräch habe ich noch nie mitbekommen. So mit ein bisschen anzicken und Grenzen. Chris zickt äußerst selten rum. Das mag er gar nicht. Ich denke nicht, dass er sauer ist, er kennt ja Caros Art nun mal, und Chris ist auch gar nicht so empfindlich. Aber in ernsten Situationen hasst er Witze. Ich glaube er ist grade etwas angespannt, also eine ernste Situation. Normalerweise ist er auch nicht so direkt, das bin eher ich. Chris sagt immer nur dann sehr direkt was er denkt, wenn er jemanden lange genug kennt. Das ist also eine Art Liebesbekundung von ihm. Herzlichen Glückwunsch Caro, du hast jetzt wohl echten Freundschaftsstatus bei ihm.

Aber Caro weiß ja nicht wie ernst das grade ist für uns.

Auf manchen größeren oder kleineres Events gibt es geplante Vorführungen. Die werden vorher angekündigt, mit Uhrzeit, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob er das sehen möchte oder nicht. Normalerweise gehen wir immer vorher. Es ist nicht so, dass wir noch nie sowas gesehen haben, auf der ein oder anderen Party sieht man immer sehr viel, aber es ist schon was anderes, sich hinzusetzen und wirklich zuzusehen. Und das passiert jetzt sehr spontan.
Chris wollte das hier eigentlich unter ganz anderen Umständen ausprobieren, er wird sich jetzt total den Stress machen. Bestimmt ärgert er sich schon darüber, dass er zugesagt hat. Und ich eigentlich auch. Vielleicht gehen wir einfach. Wir gucken uns nochmal an.

Kurze unangenehme Pause. Musik dudelt im Hintergrund. Gläser stehen auf dem Tisch, viele davon fast leer. Aber Chris will nicht gehen, er sagt stattdessen, dass ich mich auf den Boden setzen soll. Bevor ich was gemacht habe, drückt er mich zusätzlich runter. Er lässt wohl nicht zu, dass ich jetzt nicht gehorche. Ich finde es eigentlich kacke, aber ich muss ein bisschen grinsen. Er hat gerade einen Befehl von Caro befolgt. Haha. 😀 Aber damit werde ich ihn wohl erst nachher aufziehen, denn wenn ich jetzt was sage, dann bin ich richtig dran.

Ehrlich gesagt habe ich vor ihrer Nacktheit überhaupt nicht Angst. Mir macht der Typ Sorgen. Und ob ich eifersüchtig werde. Jedenfalls habe ich einen schöneren Körper als er und das ist schon mal gut. Er trägt jetzt ein Maske, man sieht sein Gesicht gar nicht mehr wirklich. Seine Locken gucken oben in den Zwischenräumen raus. Er ist nicht wirklich trainiert, aber auch nicht so unattraktiv, dass ich mir das nicht ansehen will. Sorry, das hört sich oberflächlich an, aber ich möchte ganz bestimmt nicht jeden Menschen in einer Session sehen. Ehrlich gesagt nur ziemlich wenige. Noch so ein Grund, warum wir nie wirklich mal bei sowas dabei waren.

Aber was soll Chris da zu gucken haben, ich sehe besser aus. Ich muss mir das einreden, sonst halte ich es hier nicht aus.

Eigentlich wirkt der Sub eher wie ein Phantom. Wie eine Puppe. Ich glaube nicht, dass das eine Beleidigung wäre, so soll es ja wohl auch sein. Caro trägt hohe Schuhe, schwarz, und ein enges schwarzes, sehr knappes Kleid, sodass man bei jedem Schritt Angst kriegt, dass es hochrutscht. Aber ich vermute das ist der Sinn dahinter. Dass es leicht hochgeht. Sie bindet sich jetzt einen Strap On um. Das ist mir so unangenehm, da habe ich in die komplett andere Richtung geguckt. Ich habe sie als diese Person kennengelernt, die sie jetzt grade auch ist, aber trotzdem ist sie in erster Linie einfach eine Freundin von mir und neben mir ist mein Freund und das ist alles ziemlich weird.

„Chris, machst du bitte die Musik aus? Wenn er nichts sieht, muss er alles hören können.“, sagt Caro und deutet auf die Musikanlage.
Er geht. Nein! Chris, lass mich nicht mit der Dildolady alleine. Er ist wieder da, Gott sei Dank. Ich rücke an ihn ran, sodass ich sein Bein an meiner Seite spüre. Lass mich hier nicht allein.
Warum habe ich so Angst, dass er mich allein lässt? Als ob er das tun würde. Und selbst wenn, fällt Caro dann über mich her? Wohl kaum. Bestimmt träume ich nachher von einer Dildolady als Zombie oder so, der mich verfolgt.

Maskenboy muss jetzt den Dildo mit seinem Mund bearbeiten. Nachdem ich das Bild genügend verarbeitet habe, werfe ich einen hilfesuchenden Blick zu Chris rüber, ich will einen Blick mit ihm tauschen, aber er scheint mir nicht zuzustimmen. Er sagt mir durch seine Gestik, dass ich wieder hinsehen soll. Na schön. Aber ich finds nicht heiß. Wenn ich eine Frau mit einem Dildo so heiß finden würde, würde ich mir eine Frau mit Dildo suchen und keinen Mann mit Penis.
Außerdem redet Caro sehr viel mit ihm. Schlampe. Fickstück. Erniedrigung eben. Und so. Sie täuscht sogar vor, dass es ihr gefällt, obwohl er ja gar nicht sie befriedigt, sondern den Dildo. Stimuliert sie das vielleicht doch? So durch die Bewegung? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Was hat sie denn davon?

Man war das eine scheiß Idee. Ich muss vielleicht doch nicht unbedingt wissen, was sie mit ihren Sklaven alles so macht.

Er soll sich jetzt ausziehen. Er ist nicht hart. Hmm. Also wenn ich son Teil im Mund hab, dann geht das sehr schnell bei mir. Warum geht das so schnell bei mir? Jetzt fühle ich mich blöd deswegen. Normalerweise geht das wohl nicht so schnell. Oder liegt das bei ihm an der Aufregung? Ich könnte mich an seiner Stelle auf jeden Fall nicht entspannen.

Er soll weiter blasen. Es gibt eine Zeit lang nur Schmatzgeräusche. Eine lange lange Zeit lang. Also ein bisschen neidisch bin ich ja schon. Ich hab so gern was im Mund. Aber was echtes. Na toll. Jetzt denke an was echtes in meinem Mund.

Sie lehnt sich zurück und zieht das Kleid (oder was auch immer) oben runter, sodass ihre Brüste rausgucken und über ihr… ne Art Korsett oder Korsage fallen. Sie hat sehr große Brüste. Ich mag Brüste. Ich gucke schuldbewusst zu Chris. Er dreht meinen Kopf wieder in die andere Richtung. Das soll mir wohl sagen, dass es ok ist. Oder? Ich hab grad keine Ahnung, ob er weiß, dass ich Brüste ansehen mag. Sicher weiß er das noch, oder? Er muss das wissen. Scheiße. Muss ich so einen Scheiß echt vorher klären?

Sub würgt, sie steht auf. Wütend. Sie hält ihm den Schuh hin. Dann drückt sie mit dem Schuh seinen Penis auf den Bauch. Er ist mittlerweile hart. Er stöhnt und wimmert. Ich gucke weg, aber die Geräusche sind trotzdem da.

Hier sind zu viele Menschen.
„Wollen wir nach Hause?“, flüstert Chris.
„Ja.“